Muliti-Kulti-Basketballer ohne 'Einkäufe' in der deutschen Spitze
Das Erreichen der Regionalmeisterschaft Süd-Ost war für das U18-Team des DJK Sportbunds München ein Riesenerfolg. Trainer Dirk D"Arcy übernahm zu Saisonbeginn einen "wilden Haufen" - Buben (oder "Jungs") aus der halben Welt. Zwar hatte die U18 im Vorjahr ebenfalls die RLSO-Meisterschaft erreicht, aber sechs starke Spieler aus dem damaligen Team sind inzwischen zu den Herren aufgestiegen und mussten durch den Nachwuchs ersetzt werden.
So gingen die ersten Spiele der Saison auch gleich sauber in die Hose: 64:57 bei SB Rosenheim und gar 89:57 in Landshut. Das war dann aber auch die letzte Niederlage in der Runde! Das Rückspiel gegen Landshut wurde mit 1 Punkt (!) gewonnen...
Über die Vizemeisterschaften der Südbayerischen und der Bayerischen Meisterschaften (die TG Landshut wurde jeweils klar Erster) ging es so zur Regionalmeisterschaft Süd-Ost nach Jena.
Das Spiel gegen Landshut wurde so auch gleich ein richtiger Knaller: Unentschieden 85:85 nach 40 Minuten – Verlängerung! Da flogen nur so die Fetzen. So toll die Gastfreundschaft der Thüringer auch war, die Kampfgerichte waren nicht unbedingt Spitze. Unser Topscorer Kekic (35 KP gegen Landshut) musste in der Verlängerung mit angeblich 5 Fouls vom Feld, auch wenn es laut Spielbericht möglicherweise nur deren vier waren. 99:94 war trotzdem ein tolles Ergebnis, wenn man an die Niederlage mit 42 KP Differenz beim ersten Saisonspiel denkt.
Landshut konnte sich schließlich vor der Saison kräftig verstärken, die Frösche leben hingegen "vom eigenen Laich" - und der Überzeugung, dass es langfristig besser ist, "von klein auf" auf den eigenen Nachwuchs zu bauen. Dazu war die U18 heuer eine totale Multi-Kulti-Mannschaft* - so extrem, wie wir das bisher noch nie hatten!
Der schwere Kampf gegen Landshut machte sich dann natürlich nach nur einer Stunde Pause bei der Begegnung mit TuS Jena bemerkbar. Jena hatte das Eröffnungsspiel gegen den USC Leipzig 97:25 (nach dem ersten Viertel: 24:3!) gewonnen und konnte gut erholt über die Pasinger "herfallen". 24:23 nach 10 Minuten war ja noch ganz passabel, aber dann reichte die Kraft nicht mehr: 110:58 war schon etwas deftig. Mit frischen Kräften hätte es sicher besser ausgesehen, auch wenn die Jenaer 5-8 Mal in der Woche z.T. im Sportinternat im Training sind und die Frösche nur um die 2 Mal pro Woche. Dazu ist Jena praktisch die Landesauswahl von Thüringen.
Anschließend beim großen Abendbüfett waren dann alle Schmerzen und Muskelkater schnell vergessen...
Am Sonntag Morgen Spielbeginn um 11 Uhr: Ein Münchner "Lazarett" (Topscorer Kekic, wohl MVP** dieser Meisterschaft, fiel gleich ganz aus) gegen den USC Leipzig. Wer sich noch etwas bewegen konnte biss die Zähne zusammen. So gelang immerhin ein 68:61-Erfolg über die sympathischen Leipziger. Es geht also auch mir nur zweimal Training in der Woche - Voraussetzung: Ein sehr guter Trainer!
Ein knapper 61:58 Sieg von Jena über Landshut entschied abschließend die Meisterschaft zu Gunsten der Thüringer, zeigt aber auch, dass die bayerischen Vertreter auf Regionalebene sehr gut mithalten konnten.
Insgesamt war es ein tolles Turnier in einem super Klima ohne irgendwelche (sonst leider schon fast übliche) Ausraster. Sport wie er sein soll - aber leider nur mehr selten ist. So schön kann Multi-Kulti sein!
Ein ganz besonderer Dank an den TuS Jena mit seinem Coach und Manager Tino Stumpf, die uns bei der Vorbereitung sehr geholfen und ein prima Hotel vermittelt haben, vor allem aber einen perfekten Fahrdienst organisierten. So hilfsbereit waren in den letzten Jahrzehnten nur wenige Gastgeber! Unser ICE wurde auch toll gelenkt und ist allen Schafherden ausgewichen. Die Fahrt war angenehmer, schneller, sicherer und umweltfreundlicher als ein Sardinentransport mit zwei Kleinbussen...
DJK Sportbund gegen TG Landshut:
(6130 und 6131): Jakob Örley (SBM, Nr. 10) gegen Andreas Goderbauer (Landshut Nr. 11). Zwei Aufnahmen innerhalb des Bruchteils einer Sekunde... (Nemanja Kekic, MünchnerTopscorer, kann nur zuschauen.) |
(6132): Jasbir Sharma |
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(6134): Nemanja Kekic (aus unserer Sicht "MVP") |
(6138): Jasbir Sharma |
6141i: Fredi Bikandi, etwas unscharf - war einfach zu schnell... |
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DJK Sportbund gegen TuS Jena:
(6166): Yasin Mohamed vs. D.Weber (10) |
(6168): Felix Schuck |
(6170): Yasin Mohamed vs. Nr. 15 (Die Nummer gibt es nicht auf dem Spielbericht!) |
DJK Sportbund gegen USC Leipzig:
(6181): Felix Schuck vs. Nr. 9 ("Trofinen"?) |
(6185): Jakob Örley |
(6187): Yasin Mohamed (8) vs. M.Wolff (10) |
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(6188): Caio Bock van Mierlo (12) vs J.Popp (15) und J.Ascherl (8) |
(6191): Yasin Mohamed vs. M.Wolff (10) und F.Klenke (4) |
(6192): Niklis Asante: Wenn man ihn am Spielfeld nicht schießen kann, dann halt auf der Bank... |
Siegerehrung und Verabschiedung:
(6201): Das Multi-Kulti-Team des DJK SB München bei der Siegerehrung und Verabschiedung durch den Präsidenten des Thüringer Basketball-Verbandes. Dritter Sieger - Bronze! | |||||
(6204): Auszug von USC Leipzig, voran der traurige Klenke, der so engagiert gespielt hat |
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Fotos: Copyright Helmut Handwerker
*: Wer es ganz genau wissen will, wie "multi-kulti" unsere Mannschaft ist: 2 "rein(rassige)" deutsche Spieler, 1 fifty-fifty Deutsch-Österreicher, bei einigen anderen Spielern gibt es auch teilweise deutsche Elternteile, ansonsten: Äthiopien, Ghana, Libanon, Brasilien, Polen/USA, Serbien, Ägypten, Nepal, Türkei. Und der Trainer ist Hanseat - der Arme... Wenn das nicht ein Musterbeispiel für gelebte Integration ist!
**: Most Valuable Player = wertvollster Spieler
Nachtrag:
Wir freuen uns sehr über die vielen Glückwünsche und den Zuspruch, den wir von vielen Seiten bekommen haben, und geben ihn hiermit an das Team und alle anderen weiter, die mitgeholfen haben. Hier ein paar Ausschnitte aus der Mail eines erfahrenen Trainers, Trainerreferenten und Präsidiumsmitglieds des BBV:
"Mein Glückwunsch an meinen alten Basketballfreund Dirk ... und an Dich/Euch bei DJK, wo derzeit eines der wenigen tragfähigen Jugendfördermodelle funktioniert!"
Und zum Thema "Anzahl der Trainingsenheiten pro Woche": "Überall predige ich ..., dass Qualität vor Quantität geht!"
| Autor(en) Helmut Handwerker und Dr. Michael Friedrich |
Letzte Änderung am Dienstag, 07.02.2012 |